Literatur rund um die Welt

Rezension Das Haus zur besonderen Verwendung von John Boyne

Ich bin verliebt! Endlich hat mich wieder mal eine Geschichte und sein Autor komplett überzeugt!

Das Haus zur besonderen Verwendung

In diesem Buch geht es um den jungen Bauernsohn Georgi, der im Jahr 1915 ein Attentat auf ein Mitglied der russischen Zarenfamilie verhindert. Sogleich wird der Junge in den Dienst der königlichen Familie berufen und darf fortan als Leibwächter des 11-jährigen Zarenerben Alexej dienen. Die gesamte Zarenfamilie lebt im prunkvollen Winterpalais und Georgi begegnet auch Anastasia, der vierten Tochter des Zaren. Die beiden verlieben sich, müssen ihre Liebe aber geheim halten. Das russische Königshaus sieht in diesen Jahren des ersten Weltkriegs der zunehmenden Unzufriedenheiten und Unruhen des Volkes entgegen. Die russische Revolution und die Machtübernahme der Bolschewiki 1917 zwingen die Zarenfamilie schliesslich, St. Petersburg zu verlassen. Sie werden in das Haus der besonderen Verwendung gebracht.

Eindruck

Was für eine Geschichte – was für ein Autor! Ich bin begeistert! Dies war mein erstes Buch von Boyne und ich muss sagen, er hat mich mit seinem feinfühligen Stil abgeholt. Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, einer ganz zu Beginn des Lebens von Georgi, einer ganz zu Ende. Und so entwickeln sich die beiden Handlungsstränge dem gemeinsamen Höhenpunkt und Ende entgegen. Wirklich sehr clever umgesetzt!

Der Roman ist leicht und flüssig zu lesen, enthält dabei keine Längen, bietet immer wieder neue Perspektiven, ist aufregend, lebhaft und spannend bis zur letzten Seite. Wie oft bei solchen Geschichten sind historische Vorkenntnisse nützlich, aber kein Muß. Die geschichtlichen Hintergründe erschliessen sich dem Leser auch so. Boyne versteht es, seine fiktive Geschichte vor der Kulisse des wirklichen Zeitgeschehens auferstehen zu lassen.

Den Charakter Georgi hat der Autor super umgesetzt. Auch wenn Georgis Handlungen moralisch nicht immer korrekt waren, konnte ich ihn und seine Beweggründe immer nachvollziehen und habe mit ihm mitgefühlt. Das hat schon lange kein Charakter mehr auf diese intensive Weise geschafft. Seine Frau Soja hingegen konnte ich trotz vieler Schicksalsschläge nicht immer ernst nehmen. Auf mich wirkte dieser Charakter ziemlich unsympathisch und unreif. Aber ich denke, die Umsetzung ist bewusst so gewählt. Und es ist OK so.

Ja, von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und ich freue mich schon sehr darauf, weitere Bücher von Boyne zu entdecken.

Weitere Informationen

Andere deutsche Rezensionen findest du hier:

Lost in written words

Litterae artesque

Buch-Rezensionen

Das Haus zur besonderen Verwendung von John Boyne erschien 2011 im Piper Verlag.

 

 

 

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2 Comments

  • Reply
    Kerstin
    März 3, 2018 at 13:27

    Das Buch klingt gut. Der Autor hat mir bisher noch nichts gesagt. Ich glaube die Art könnte mir gefallen. Danke für den Tipp.
    LG Kerstin

  • Reply
    Die SuBabc-Challenge – buchbunt.blog
    März 28, 2018 at 12:20

    […] V – Lies ein Buch welches in der Vergangenheit spielt (mind. 10 Jahre) – Das Haus zur besonderen Verwendung […]

  • Kommentare willkommen

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