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zweiter weltkrieg

    Literatur rund um die Welt

    Rezension Mut zur Feigheit von Joachim Eitel

    Inhalt

    Über sechzig Jahre nach Kriegsende löst Elisabeth Stelker das Rätsel um den ihr unbekannten Vater. Sie reist bis nach Hiroshima, um herauszufinden, was vor ihrer Geburt 1945 in Berlin, Augsburg und Tokio geschehen war.
    „Mut zur Feigheit“ rekonstruiert die Kriegsjahre ihrer Mutter Gretel und des in Japan geborenen Wehrmachtssoldaten Karl Georg Moosheim.  Historisch korrekt wird dabei ein wenig bekanntes Kapitel des Zweiten Weltkrieges beleuchtet: Japans Wettlauf mit den USA um den Bau der ersten Atombombe.

    Eindruck

    In diesem Buch geht es um die deutsch-japanische Koalition im zweiten Weltkrieg. Georg, ein Deutscher, in Japan geboren und aufgewachsen, wird in den Krieg eingezogen und gerät dank seiner Übersetzungsfähigkeiten schon bald in diplomatische Kreise. Er verliebt sich während seines Deutschlandaufenthaltes in eine junge Frau. Schon bald kommen Georg ernste Zweifel über den Sinn, beziehungsweise die Sinnlosigkeit des Krieges und ihrer aller Rollen in diesem Krieg.

    Diese Geschichte beschreibt einmal einen etwas anderen Blickwinkel der Geschehnisse während des zweiten Weltkriegs. Spannend ist dabei unter anderem auch der Wettlauf um die erste Atombombe, den sich die USA mit Japan geliefert hat. Das Buch mit den 240 Seiten hat sich recht gut lesen lassen und war streckenweise wirklich spannend – vor allem zum Ende hin! Obwohl das Buch teilweise (für mich eher langweilige) militärstrategische Entwicklungen beschreibt, ist die Recherche darüber richtig gelungen und das Glossar am Ende war das Tüpfelchen auf dem i! Auf jeden Fall hat das Buch den wichtigen Hauptzweck des Hinzulernens für mich erfüllt. Ich habe eine neue und mir unbekannte Seite dieses Krieges aufgezeigt bekommen.

    Spoileralarm ab hier

    Das Buch „Mut zur Feigheit“ regt auf jeden Fall auch zum Nachdenken über die Handlungen der Einzelnen im Kriegsfalle an. Nicht alle Menschen waren damals mit den Entwicklungen einverstanden und es wurde passenderweise gut veranschaulicht, dass man in so einer Situation auch von innen heraus „etwas Sand ins Getriebe streuen kann“. Eine kluge Erkenntnis und mit Sicherheit ein Grund für ein etwas früheres Ende dieses oder auch anderer Kriege.

    Eine durchaus interessante Lektüre.

    Mut zur Feigheit von Joachim Eitel ist 2017 im E.I.-Verlag erschienen.