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    Literatur rund um die Welt

    Rezension Das Schiff des Theseus von J. J. Abrams

    Inhalt

    Im Buch ‚Das Schiff des Theseus‘, das 1949 erschienene Werk des unbekannten Autors V.M. Straka, geht es um den namenlosen -S, der unter Gedächtnisverlust leidet. Ständig auf der Suche nach seiner Identität, lebt er auf einem Schiff, das eine ganz spezielle Besatzung und ganz spezielle Aufgaben hat.

    Daneben entwickelt sich in den Randkommentaren ein Gespräch zwischen zwei Studenten, die die Identität vom Autor, V.M. Straka, herauszufinden versuchen. Langsam kommen sie dem Geheimnis näher, aber auch in ihren eigenen Leben geschehen auch einige Ereignisse und Veränderungen.

    Und dann gibts da noch F. X. Caldeira: Strakas grösster Fan. Sie schrieb die Vormerkung und viele Anmerkungen im Verlauf der Geschichte. Aber auch sie hat keine Ahnung von der Identität von V. M. Straka. Und Straka konnte sein Buch nicht selber zu Ende schreiben und so hat sie selbst das Buch mit Kapitel 10 beendet.

    Ingesamt finden wir hier also mehrere Geschichten in einem Buch. Deswegen kann man sich über das Vorgehen beim Lesen vorab Gedanken machen. Meine Vorgehensweise findet ihr weiter unten im Text.

     

    Eindruck

    Das Schiff des Theseus ist in richtig innovativer Form gestaltet und genau dies macht den Reiz des Buches aus. Es hat unheimlich Spass gemacht, die ganzen Beilagen zu studieren und ein wenig zu rätseln.

    Insgesamt ist das Buch durch die verschiedenen Handlungsstränge aber etwas anspruchsvoller. Ich habe das Buch chronologisch gelesen inkl. allen Anmerkungen und Einlagen. Und ich muss sagen, es war OK. Ich weiss, dass viele das Buch anders gelesen haben, aber dazu bin ich zu faul gewesen. Sie haben zuerst das Buch an sich gelesen und dann die Anmerkungen Runde und Runde. Anhand der Tintenfarbe der Anmerkungen merkt man schnell, was in welcher chronologischer Reihenfolge geschrieben wurde. Bei meiner Vorgehensweise des Seite-um-Seite-lesens, steht man da und dort ohne weitere Angaben vor einer Unklarheit. Aber diese lösen sich nach und nach auf, von daher war die Leseart auf diese Weise in Ordnung.

     

    Durch die spezielle Aufmachung ist das Buch natürlich ein Highlight und ein richtiges Leseerlebnis. Die surreale und unheimliche Geschichte, die Straka geschrieben hat, mochte ich dabei am meisten. Der Beginn und der Mittelteil des Buches sind richtig spannend. Vor allem die überraschenden Wendungen waren grossartig, weil sie für mich teilweise total unvorhersehbar waren. Gegen Ende hin verliert das Buch ein wenig an Spannung finde ich und das Surreale nervte mich langsam ein wenig. Leider gibts auch keinen richtigen Peak zum Ende hin, oder er erschien mir einfach zu flach – ich weiss nicht. Ich hätte mir da noch etwas mehr Auflösung gewünscht. Vor allem auch bei der Geschichte um Jen und Eric.

    Ja und da kommen wir zum wunden Punkt. Die Geschichte rund ums Buch hat mich gar nicht gefesselt. Zu viele Namen, zu viele Ereignisse, die mir nicht ganz klar waren (Stichwort Havanna und der Brand der Scheune). Ja, ich könnte nochmal nachsehen und es rausfinden, aber dafür hats mich jetzt zu wenig gepackt.

    Die philosophische Frage von Das Schiff des Theseus hat mir gut gefallen. Verliert ein Konstrukt oder eine Person seine Identität, wenn seine Einzelteile ausgewechselt werden oder sich eine Person verändert und weiterentwickelt? Und genau darum geht es doch auf allen Ebenen im Buch. Die Frage um F. X. Caldeira und das Kapitel 10 scheint auch noch viele ungelöste Rätsel zu beinhalten. Vermutlich werde ich das Buch zu einem späteren Zeitpunkt noch mal lesen und dann kann ich mich anders darauf einlassen. Vielleicht war es das richtige Buch zur falschen Zeit.

    Das alternative Ende muss ich mir aber unbedingt jetzt noch zu Gemüte führen. Vielleicht ändert sich dadurch ein wenig die Sicht aufs Buch.

    Weitere Infos 

    Die deutsche Ausgabe von Das Schiff des Theseus ist 2015 bei Kiepenheuer und Witsch erschienen.

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