Historische Romane

Rezension Sturz der Titanen von Ken Follett

Inhalt

Im Buch stehen mehrere Familien in England, Russland, USA und Deutschland unmittelbar vor dem Beginn des ersten Weltkriegs. Wir begleiten unter anderem die Bergmanns-Familie Williams aus Wales, die russischen Waisenkinder Grigori und Lew Peschkow aus St. Petersburg und die deutsche Adelsfamilie Von Ulrich. Aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt Ken Follett die Geschichte des ersten Weltkriegs und ihre Hintergründe. Die Familien geraten dabei auf die ein oder andere Weise miteinander in Berührung und verstricken sich teilweise. Die politischen Entwicklungen entscheiden über das Schicksal von Millionen von Menschen und so werden auch diese Familien auf die ein oder andere Weise davon beeinflusst und ihr Schicksal entfaltet sich.

Eindruck

Ein historisch gut recherchierter Roman, der auf unterhaltsame Weise Fiktion mit Geschichte verbindet und dem Leser mit den Familien aus verschiedenen Ländern mehrere Perspektiven bietet.

Für historisch Interessierte ist dieses erste Buch der Jahrhundertsaga von Follett wohl ein Muss. Es ist sehr detailreich und unterhaltsam geschrieben. Das Buch war insgesamt recht flüssig zu lesen und ich war immer interessiert, wie es nun wohl weitergeht. Es hatte ein paar herzzerreissende Schilderungen im Buch, welche mich wirklich berührt haben. Trotzdem hatte es auch ein paar Längen im Buch, was manchmal den Lesefluss etwas bremste. Insbesonderen taktische Entwicklungen beim Grabenkrieg fand ich teilweise etwas langweilig. Dennoch habe ich mit den Charakteren mitgefiebert und man konnte richtiggehend das Elend in diesen Gräben rausspüren.

Die geschichtlichen Hintergründe sind geschickt erzählerisch verpackt, so dass es richtig Freude macht, die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Besonders diese Perspektivwechsel haben mir sehr gefallen. So erhält der Leser ein ziemlich differenziertes Bild der Hintergründe zu den geschichtlichen Ereignissen dieser Zeit.

Hut ab vor der Leistung des Autors, die Geschichte so gut mit Fiktion zu vermischen und dabei dennoch bei den geschichtlichen Tatsachen zu bleiben. Genau das macht es für mich aus, das Genre Historische Romane zu lesen. Man lernt unheimlich viel.

Hardcover – Definitiv nichts für mich

Das Buch hat tausend Seiten und ist recht klein bedruckt, daher habe ich auch einige Wochen, oder eher Monate gebraucht, um es durchzulesen. Was mich aber total genervt hat, war das Hardcover. Das Buch ist sowieso schon unheimlich schwer und in gebundener Form einfach total unhandlich. Im Bett lesen wird damit zur Unmöglichkeit. Das war wohl mit ein Grund, warum das alles so lange gedauert hat.

Ich bin einfach ein Taschenbuchleser, was mir dieses Buch wieder einmal sehr klar vor Augen geführt hat. Ich habe die anderen zwei Bücher der Jahrhundertsaga ebenfalls als Hardcover hier – lesen werde ich sie trotzdem. Es zeigt mir aber, dass ich künftig einfach keine Hardcover mehr kaufen werde. Was mich allerdings vor die Tatsache stellt, dass Neuerscheinungen oft zuerst mal nur als Hardcover verfügbar sind. Tja, das ist dann wohl Pech. Für mich und die Hardcover.

Rezensionen von anderen Buchbloggern findest Du hier:

Buchnotizen

ScriptOfLife

Leseratz

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5 Comments

  • Reply
    Katharina
    September 30, 2017 at 18:23

    Ich bin auf Seite 200 und irgendwie hat mich die Lust verlassen… Ich weiß, es ist ein historischer Roman, aber ich komme mit dem damaligen Frauenbild einfach nicht klar und es nervt mich einfach nur. Ich wollte es gern ausprobieren, aber es bestätigt mich bisher leider nur darin, dass ich kein Leser für historische Romane bin. Dabei fand ich den Anfang ganz gut.
    Außerdem… diese Sexszenen… kommen da noch mehr von?
    Liebe Grüße, Katharina

    • Reply
      Tabea
      September 30, 2017 at 20:10

      Hallo Katharina
      In der Tat sind mir die Sexszenen auch manchmal etwas eigenartig vorgekommen. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass das bei anderen seiner Werke so vorgekommen ist, was aber nichts heissen muss, denn vielleicht hab ich es einfach vergessen.
      Ja, wenn einem ein Buch nicht gefällt, sollte man es wirklich bleiben lassen. Dafür ist die Zeit zu schade. Dann lieber was anderes lesen und vielleicht stimmt es an einem anderen Zeitpunkt im Leben besser. Oder auch gar nicht – vielleicht sind es historische Romane an sich, vielleicht auch der Autor, die dir nicht zusagen. 😉
      LG, Tabea

  • Reply
    Gabi
    Oktober 1, 2017 at 12:45

    Ich habe mich inzwischen zum dritten Wälzer „Kinder der Freiheit“ vorgearbeitet und stecke mitten im kalten Krieg. Ich finde die Kombination von Unterhaltung, menschlichen Schicksalen und relativ zeitnaher Geschichte sehr unterhaltsam. Nartürlich kann man über 1000 Seiten keine nervenzerfetzende Spannung aufrecht erhalten, so dass diese Trilogie insgesamt etwas ruhiger, aber nicht langweilig ist.
    Trotzdem habe ich wie Du auch sehr lange gebraucht, um überhaupt zum Teil 3 zu kommen. Bei „Sturz der Titanen“ habe ich mir noch das Hardcover zugelegt, weil es natürlich auch im Bücherregal was hermacht. Bei Teil 2 war es dann schon die ungekürzte Hörbuchversion (dank Audible-Abo auch erschwinglich), denn dieses schwere Buch war wirklich zu unhandlich und zu schwer, um es zu lesen.
    Liebe #Litnetzwerk-Grüße von
    Gabi

  • Reply
    Moni2506
    Oktober 1, 2017 at 13:58

    Hey Tabea,

    Mir hat Sturz der Titanen auch sehr gut gefallen. Ich finde deine Rezension sehr gelungen, weil man gut erkennen kann, ob das Buch evtl etwas für einen wäre oder nicht. Ich fand die Ausführungen alle sehr interessant. Durch Sturz der Titanen habe ich zum ersten mal wirklich verstanden, wie es zu diesem unsäglichen 1. Weltkrieg kam.
    Ich habe es als ebook gelesen und auf englisch, aber ich kann mir dennoch vorstellen, dass das Buch als Hardcover ein ganz schöner Brocken war.

    LG, Moni

  • Reply
    Buchbahnhof
    Oktober 1, 2017 at 19:14

    Hallo Tabea,
    die Trilogie steht bei mir auch im Regal, aber irgendwie scheue ich mich immer vor so dicken Wälzern. Meine Kollegin war aber so begeistert, dass sie sie mir alle geschenkt hat. Mal schauen, wann ich mich endlich daran traue.
    Zu Ken Follett habe ich mal ein Interview gelesen, in dem er sagte, dass er eine ganze Firma an Leuten beschäftigt, die für ihn recherchieren, da es ihm unheimlich wichtig ist, dass keine falschen historischen Daten und Fakten in seinen Romanen auftauchen. Fand ich ziemlich beeindruckend.
    Hab einen schönen Abend
    LG
    Yvonne

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