Klassiker

Rezension Schöne neue Welt von Aldous Huxley

Schöne neue Welt

Inhalt

Erstaunlich, dass ein Buch von 1932 so brandaktuell sein kann. Huxley schildert im Buch eine zukünftige Welt, in der konditionierte Menschen aus verschiedenen Kasten die Arbeit verrichten. Die Menschen werden mit Konsum, Gender Mainstream und Beruhigungsmitteln kontrolliert. Alle Lebensabläufe sind so genormt, dass es kein Leid und keine Gefahren mehr gibt. Die Monogamie und die Familie gibt in es in der heutigen Form nicht mehr. Die Schöne neue Welt ist eine Welt ohne Unruhen, Elend und Krankheit – alles ist perfekt organisiert und durchdacht. Doch auch Kunst, die klassische Familie und die Humanität, wie wir sie kennen, fehlen in dieser Welt.

Wir lernen im Laufe der Geschichte auch „Wilde“ kennen, die ausserhalb der normierten und gleichgeschalteten Gesellschaft aufgewachsen sind und leben. Die Protagonisten treffen die Wilden bei einer ihrer Reisen in die Reservate und nehmen die zwei mit in ihre Welt, dementsprechend gross ist die Verwirrung bei allen Beteiligten.

Eindruck

Das Buch lässt mich nachdenklich zurück. Eine leichte Beklemmung hat es ausgelöst. Denn es steht darin so vieles, dass in unserer heutigen Zeit völlige Normalität ist. Woher hatte der Autor so eine Weitsicht? Oder ist es Zufall, dass so vieles von seiner Vision eingetroffen ist?

Der endlose Konsum, die Berieselungspropaganda im TV, die ständig präsente Sexualisierung und auch der gesellschaftlich tolerierte Missbrauch von Substanzen wie Alkohol und Psychopharmaka sind besonderers auffallende Parallelen zu unserer heutigen Zeit. Es ist ja ganz normal, dass man sich mit Berauschungs- und Beruhigungsmitteln ablenkt und täglich dem stundenlangen Fernsehkonsum hingibt. Und was das alles genau in den Menschen auslöst, kann man nur erahnen. Das sprachliche Niveau von TV-Programmen ist nicht umsonst auf dem Level von etwa 8-jährigen angesiedelt. Auch die überpräsente Sexualisierung ist auffällig. Es ist längst nicht mehr die Liebe, die Nähe zwischen zwei Menschen, die propagiert wird. Auch die Designerbabies sind nicht mehr so utopisch, wie sie es noch vor wenigen Jahren waren.

Die Frage ist, wie weit sind wir schon in der Schönen neuen Welt angekommen? Es ist in der Tat erschreckend, wieviel in unserer Zeit bereits eingetroffen ist und stimmt mich nachdenklich. Das Buch hat ein mulmiges Gefühl in mir ausgelöst und ich kann diese Dystopie nur empfehlen – der Inhalt ist aktueller denn je!

Schöne neue Welt von Aldous Huxley ist 1932, bzw. diese Übersetzung 2014 bei S. Fischer Verlage erschienen.

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2 Comments

  • Reply
    Andrea
    Dezember 3, 2016 at 21:53

    Das Buch hat mein damaliger Deutschlehrer mal vorgeschlagen. Ich habs mir auch geholt, aber leider nie gelesen. Mir gefällt einfach der Inhalt. Ich finde deine Rezension auch sehr treffend 🙂

    Liebe Grüße
    Andrea 🙂

    • Reply
      Tabea
      Dezember 4, 2016 at 16:02

      Hey Andrea
      Es ist ein bisschen surreal und es sind ein paar Wortkreationen in dem Buch, die mich erst ein bisschen gestört haben. Nichtsdestotrotz sind viele Parallelen zur heutigen Gesellschaft unübersehbar und deshalb ist das Buch, bzw. die Vision dieses Autors so überraschend. Ob er an so eine Welt glaubte oder einfach Fiktion schrieb, weiss ich nicht mal. Das müsste ich mal recherchieren.
      Einen schönen Sonntag noch 🙂

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