Humor

Rezension Gar nicht koscher von Beni Frenkel

Inhalt

Der jüdisch-orthodoxe Alltag ist streng reglementiert: ob koschere Essenszubereitung, die Entsorgung von heiligen Gewächsen, Putzrituale oder Eheleben, alles unterliegt rigorosen Vorschriften. Doch keine Regel ohne Ausnahme, und die heißt: Beni Frenkel. Er stellt sich den Herausforderungen seiner Religion und scheut sich nicht – umwerfend komisch – von seinen Verfehlungen und Heldentaten zu berichten. (Klappentext)

Der vorliegende Band vereint eine Auswahl von Beni Frenkels 56 Kolumnen aus der Jüdischen Allgemeinen, der Basler Zeitung, dem Magazin des Tages-Anzeigers, der NZZ am Sonntag, dem Tagblatt der Stadt Zürich und Zürich 2.

Eindruck

Ganz eindeutig hat mich das orthodoxe Lego-Männchen auf dem Cover zum Buch greifen lassen. Der Klappentext hat mich auch angesprochen und so ist das Buch dann Ende 2015 zu mir gelangt.

Die Kolumnen sind sehr gut geeignet, um sich zwischendurch kurze, humorvoll aufbereitete Anekdoten aus dem jüdischen Alltag zu gönnen. Es geht in dem Buch einmal nicht um die jüdische Vergangenheit, sondern ganz pragmatisch um die Religionsausübung in unserer Zeit und die Schwierigkeiten die sich daraus ergeben. Mit viel Humor erzählt Frenkel aus seinem Leben als praktizierender Jude. Unterhaltsam und erfrischend schildert er die Herausforderungen des gottgefälligen Lebens. Denn nicht immer gelingt das Frommsein auf Anhieb. Pech, Pannen und menschliche Bedürfnisse gibt es auch im religiösen Alltag zuhauf. In kleinen Episoden erhält der Leser Einblick in diese komischen Begebenheiten.

Frenkels Stil gefällt mir. Immer wieder beschreibt er die Situationen frech und etwas überspitzt. Sein Humor ist schonungslos selbstironisch und direkt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Ich musste bei der Lektüre einige Male schmunzeln.

Für Fans der humorvollen Literatur auf jeden Fall einen Blick wert. Das Buch hat die richtige Kompaktheit und die Kolumnen die richtige Länge. Ingesamt ein gelungenes Buch und ich bin gespannt, ob Frenkel auch mal was anderes schreiben wird. Zuzutrauen ist es ihm.

Weitere Infos

Gar nicht koscher von Beni Frenkel ist 2015 bei Kein & Aber erschienen.

Rezensionen von anderen Buchbloggern findet ihr hier:

Tulpentopf

Irgendwiejüdisch

 

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5 Comments

  • Reply
    Kasin von KeJas-BlogBuch
    Dezember 4, 2016 at 18:27

    Wo findet man so ein Buch? 🙂
    Das Cover finde ich total genial und auch was Du beschreibst ist so fern vom Mainstream das ich jetzt total angefixt bin.
    Menno – meine arme WuLi
    Liebe Grüße
    Kerstin Kasin

    • Reply
      Tabea
      Dezember 6, 2016 at 18:25

      Kerstin, ich habe es ganz per Zufall in meiner Buchhandlung auf dem Tisch entdeckt. Und da ich ja einige Zeit ganz in der Nähe einer Zürcher Synagoge (und der zugehörigen Gemeinde) gelebt habe, musste ich mir diese Abhandlung zu Gemüte führen. Es war auf jeden Fall sehr amüsant.
      LG Tabea

  • Reply
    Lena
    Dezember 4, 2016 at 18:59

    Huhu,

    das Legomännchen ist ja wohl mal genial 🙂 Ich weiß zugegebenermaßen nur sehr wenig über das Judentum (woher auch? Ich komme aus einer der wenigen Gegenden Deutschlands die überwiegend evangelisch-reformiert ist), aber dieses Buch hört sich sehr lustig an.
    Danke für deine Rezension!

    Liebe Grüße,
    Lena

    • Reply
      Tabea
      Dezember 6, 2016 at 18:26

      Huhu Lena
      Danke für Deinen Kommentar. Ja, der Lego-Chasside war tatsächlich der Grund, warum ich das Buch überhaupt in die Hand genommen habe. Total witzige Idee, wirklich.
      Eine schöne Woche noch, LG, Tabea

  • Reply
    Leserückblick November & Dezember 2016 – buchbunt
    Dezember 31, 2016 at 20:34

    […] Rezension Gar nicht koscher von Beni Frenkel […]

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