Klassiker

Rezension Farm der Tiere von George Orwell

Die Fabel des Jahrhunderts

Orwells Animal Farm ist eine Allegorie auf die politischen Entwicklungen in der Sowjetunion zur Zeit Stalins.

Eines Nachts versammelt ein Schwein namens Old Major alle auf der Farm lebenden Tiere und berichtet über seinen Traum, das eines Tages alle Tiere der barbarischen Tyrannei der Menschen entkommen werden. Der Grundstein für den Aufstand ist gelegt. Als Old Major kurz daraufhin stirbt, wird seine Vision, dass die Tiere eines Tages die Macht übernehmen, in die Realität umgesetzt. Die Revolution beginnt. Die Tiere arbeiten von nun an eng zusammen und vertreiben Mr. Jones von der Farm. Doch als die Tiere endlich frei sind, müssen sie selber das Geschick der Farm leiten und dies zieht Regeln mit sich, die über kurz oder lang zugunsten oder ungunsten einiger weniger ausgelegt werden und die Tiere letztendlich sogar zu dem werden lassen, was sie einst so erbittert bekämpft haben.

Eindruck

Und wieder mal hat es mich gepackt, einen Klassiker von meinem SuB zu befreien. Und ja, ich habe ich es nicht bereut. Ich habe bereits vor einigen Jahren mit Genuss 1984 von Orwell gelesen und da war klar, dass ich mir auch die Animal Farm zu Gemüte führe. Und es war grossartig. Eigentlich ist es im Nachhinein etwas schade, dass das Buch so lange ein Schattendasein auf meinem SuB geführt hat.

Allerdings kam ich nicht umhin, mir zuerst einmal einen Zettel anzufertigen, auf dem ich die wichtigsten Charaktere notiert und griffbereit hatte. Denn es sind viele und es macht einfach mehr Spass, wenn man weiss, warum zum Beispiel das Pferd Boxer so unermüdlich schuftet oder warum sich der Rabe so schnell verzieht.

Ich würde unbedingt empfehlen, sich etwas geschichtliches Wissen rund um diese Zeit in der Sowjetunion anzueignen, bevor man das Buch liest. Denn es ist nun mal eine kritische Parabel dieser Zeit und die politischen Entwicklungen dazumal. Das muss aber kein stundenlanges Geschichtsstudium sein, eine kurze Übersicht reicht da völlig aus, wenn man in der Schulzeit nicht gerade einen Fensterplatz hatte.

Kurz gesagt, mir gefielen die Konflikte, Problemlösungen und Handlungen der Tiere sehr, sehr gut und es hat Spass gemacht, diesen Klassiker zu lesen und sich auch den geschichtlichen Hintergrund nochmal anzusehen.

Zu Recht ein vielgelesenes Buch. Und das obwohl es beinahe nicht erschienen wäre: Zum einen wurde das Manuskript beinahe zerstört, als ein Luftangriff Orwells Wohnung demoliert hat. Und zum anderen war es ganz und gar nicht einfach, dieses Buch zur damaligen Zeit zu veröffentlichen. Viele Verlage haben das Buch abgelehnt, da es politisch zu brisant wäre. Ein Wunder, dass es trotzdem jemand gewagt hat. Dazu gibt es in meiner Version auch ein sehr langes Nachwort von Orwell, was ich mit grossem Vergnügen gelesen habe.

Prädikat: Definitiv Lesenswert und amüsant!

Weitere Infos

Deutschsprachige Rezensionen von anderen Buchbloggern findet ihr hier:

Chrissis Corner

Büchergebrabbel

Geschichtentänzer

Farm der Tiere von George Orwell erschien 1973 beim Diogenes Verlag.

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2 Comments

  • Reply
    Cathy
    Februar 17, 2018 at 16:10

    Liegt bei mir schon seit Eeeeewigkeiten auf dem SuB …

  • Reply
    Homepage
    April 15, 2018 at 17:45

    … [Trackback]

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