Historische Romane

Rezension Das Mädchen mit dem Perlenohrring von Tracy Chevalier

Inhalt

1664, Delft, Holland. Die junge Griet, das Mädchen mit dem Perlenohrring, erzählt in diesem Buch von ihrer Jugend als Dienstmädchen bei der Familie des Malers Vermeer. Nachdem sich Griet in den beschwerlichen Alltag bei den Vermeers eingelebt hat, wird ihr schliesslich das Vertrauen zuteil, im Atelier des Künstlers sauber zu machen. Nach und nach entdeckt Griet die Arbeit von Vermeer, die Farben, seine Vorgehensweise – bis sie selbst für ein unkonventionelles Bild Modell für ihn sitzt und sich dabei ihre eigene Situation gefährlich zuspitzt. Die Spannungen in der Familie machen die Situation für das Dienstmädchen schwierig. Denn die Ehefrau und eine Tochter können Griet nicht leiden….

Eindruck

Ich habe das Buch im Rahmen meines neuen Hörbuchabos angehört. Dazu später mehr, erst mal möchte ich den Eindruck zum Buch schildern.

Leider fand ich das Buch etwas langweilig. Ich habe es bereits vor mehreren Wochen angefangen und dann liegengelassen. Ich musste mich etwas überwinden, es fertig zu hören. Leider kann ich nicht sagen, ob es am Medium Hörbuch liegt oder am Buch selbst. Die Kurzbeschreibung hat sich recht spannend angehört und ich habe mich gefreut, mehr über die Hintergründe zu erfahren. Aber es kam anders.

Die Charaktere und Beweggründe derselben blieben mir grösstenteils verborgen und die Beschreibungen der Bilder und Farben waren für meinen Geschmack zu langatmig. Ich konnte keinen richtigen Einblick nehmen in die persönlichen Konflikte der Familienmitglieder. Ob das am Stil der Autorin liegt oder ob schlichtweg die sprachlichen Mittel aufgrund der Perspektive der Ich-Erzählerin fehlten, kann ich als nicht Schreibende zur Zeit nicht einschätzen. Leider erfährt man auch sonst nicht viel über die Lebensumstände in der Stadt in dieser Zeit. Schade – ich liebe es, etwas mehr über die allgemeinen Umstände eines Handlungsortes zu erfahren. Ich hätte mir bezüglich Charaktere, Konflikte und Handlungsort mehr Tiefe gewünscht. Auch von Vermeer selbst, über seine Bilder, seine Herkunft und Geschichte erfährt man kaum etwas.

Der Text ist dennoch flüssig geschrieben und ist einigermassen unterhaltsam. Einige Details über die Malerei selbst sind sicher für einen Kunstinteressierten Menschen oder einen Fan von Vermeer schön zu lesen.

Die Geschichte wurde rund um diesen Maler, bzw. dieses Bild aufgezogen und bleibt dabei leider nur ein blasses Bildnis einer Dienstmagd, die in einen schwierigen Haushalt kommt. Die Kurzbeschreibung hat sich gut angehört und ich denke, man hätte mehr aus diesem Plot machen können. Schade!

Erlebnis Hörbuch

Dies war mein erstes Hörbuch. Ich kann aufgrund dieses Romanes noch nicht endgültig urteilen, ob mir das für mich neue Medium zusagt oder nicht. Ich brauchte ebenfalls Ruhe, um mich auf die Geschichte einlassen zu können. Ich habe gelesen, dass es Leute gibt, die während dem sie Hörbuch hören mit dem Hund rausgehen, abwaschen oder sonst was erledigen. Für mich funktioniert das nicht. Ich mache Dinge lieber einzeln und nacheinander. Ich wäre einfach zu abgelenkt.

Wenn man aber müde ist von einem anstrengenden Tag und sich einfach hinlegen oder hinsetzen und zuhören kann, ist das eine tolle Sache. Man strengt die Augen nicht an und kann sich trotzdem in eine Geschichte reinziehen lassen. Das mochte ich ganz gerne und werde daher sicher noch einmal ein Hörbuch hören.

Aber erst mal freue ich mich wieder auf Druckerschwärze und den Geruch von Papier. Vom haptischen Gefühl eines Buches in den Händen und dem Umblättern ganz zu schweigen. Papier ist einfach immer noch mein bevorzugtes Bucherlebnis!

Weitere Infos

Das Mädchen mit dem Perlenohrring von Tracy Chevalier ist 2003 im Ullstein Buchverlag erschienen.

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