Historische Romane

Rezension Das Mädchen, das den Himmel berührte von Luca Di Fulvio

Venedig im frühen 16. Jahrhundert ist der Schauplatz dieses Romans

Mercurio führt eine Bande jugendlicher Gauner in Rom an. Sie rauben den jüdischen Kaufmann Shimon Baruch aus und dabei wird das Opfer vermeintlich getötet. Mercurio und seine Bande fliehen aus Rom, um in Venedig ein neues Leben zu beginnen. Auf dem Weg nach Venedig treffen sie die Juden Isacco und Giuditta. Mercurio fühlt sich von Giuditta magisch angezogen. In Venedig trennt sich Mercurios Bande. Mercurio geht seinen gewohnten krummen Geschäften nach – insbesondere die Verkleidungskunst ist sein bestes Handwerk. Aber er kann seine Giuditta nicht vergessen – doch die Liebe zwischen einem christlichen Gauner und einer Jüdin darf nicht sein. Zu tief ist der Graben zwischen der christlichen und der jüdischen Gesellschaft. In Venedig lebt auch ein Hassprediger, der die Christen gegen die Juden aufhetzt und schon bald müssen alle Juden im ersten jüdischen Ghetto der Weltgeschichte leben. Doch Mercurio gibt nicht auf. Er kämpft für die Freiheit und für seine Liebe.

Eindruck

Luca Di Fulvio hat mich mit seinem Schreibstil überzeugt. Er schreibt spannend und temporeich, und lässt bei jedem Kapitelende einen kleinen Cliffhanger stehen. Ich mag das, denn es spornt mich unheimlich an, weiterzulesen. Das Buch hat sich gut und zügig lesen lassen – die Entstehungsgeschichte des ersten Ghettos der Weltgeschichte und auch die allgemeinen Lebensumstände im italienischen Mittelalter mit all seinen Beschwerlichkeiten, Krankheiten und gesellschaftlichen Gegebenheiten war lesenswert. Gut recherchiert und  aufbereitet hat man als Leser einen Einblick, wie es im Venedig des 16. Jahrhunderts zu und her ging. Das gefiel mir schon mal sehr gut.

Trotzdem habe ich einige Kritikpunkte: Ich finde das Buch vom Niveau her eher einfach gestrickt. Es ist einfach eine flüssige, leicht zu lesende Unterhaltung. Wenn man ein Buch sucht, das man einfach so weglesen kann und dabei eine zügig fortschreitende Geschichte mit historischer Kulisse mag, ist mit diesem Buch gut bedient. Das Buch hatte auch teilweise Längen und es hätte insgesamt etwas kürzer gefasst werden können. Trotzdem hat mir das Buch ganz gut gefallen. Auch wenn mir die Story vermutlich nicht allzu lange in Erinnerung bleiben wird – die geschichtlichen Umstände werden es!

Insgesamt eine leichte, flüssige und vor allem spannend geschriebene Story und ich werde mir sicher auch noch seinen Bestseller „Der Junge, der Träume schenkte“ zu Gemüte führen. Seine Erzählkunst hat mich grundsätzlich überzeugt – Spannung erzeugen kann dieser Autor sehr gut! Und wie gesagt, haben mir auch die geschichtlichen Hintergründe interessiert und überzeugt.

Weitere Infos

Deutschsprachige Rezensionen von anderen Buchbloggern findet ihr hier:

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Das Mädchen, das den Himmel berührte von Luca Di Fulvio erschien 2013 bei Bastei Lübbe.

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4 Comments

  • Reply
    umivankebookie
    Februar 3, 2018 at 20:24

    Hi!
    Schöne Rezension 🙂 Das Buch hat ja schon von Anfang an meine Aufmerksamkeit gehabt, als du es bei den vorangehenden Leselaunen vorgestellt hattest. Klingt super spannend und werde ich mir auch besorgen.

    LG Ümi <3

  • Reply
    Die SuBabc-Challenge – buchbunt.blog
    Februar 7, 2018 at 09:08

    […] A – Bücher angefangen, beiseitegelegt und nie beendet, lies ein anfangendes Buch nun zu Ende– Das Mädchen, das den Himmel berührte […]

  • Reply
    Kerstin
    Februar 18, 2018 at 21:10

    Das Buch hört sich gut an. Wenn die Spannung die Längen überwiegen, kann ich mit dem Buch ganz gut leben. Ich habs mal auf meine Wunschliste gesetzt.
    LG Kerstin

    • Reply
      Tabea
      Februar 21, 2018 at 10:11

      Hallo Kerstin
      Di Fulvio kann auf jeden Fall gut und spannend schreiben – bin schon sehr gespannt auf mein nächstes Buch von ihm. Sein Schreibstil ist leichtlesig und flüssig und ich lese einfach, ohne es irgendwie anstrengend zu finden. Das ist schön und ich mag das zwischendurch echt gerne.
      LG, Tabea

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