Literatur rund um die Welt

Rezension 28 Tage lang von David Safier

28 Tage lang

Inhalt

Der Widerstand im Warschauer Ghetto, 1943: Die 16-jährige Mira schmuggelt Lebensmittel ins Warschauer Ghetto und entkommt nur haarscharf ihren Häschern. Von der ursprünglichen Familie sind nur noch die Mutter und ihre Schwester geblieben. Ihr Bruder Simon hat sich der Judenpolizei angeschlossen, in der Hoffnung, dadurch zu überleben. In den kommenden Tagen wird Mira klar, dass es eine Deportation stattfinden wird und das die Menschen dabei nicht wie versprochen als Feldarbeiter enden werden, sondern dass sie vernichtet werden sollen. Als sich ihr Schicksal wendet, beschliesst Mira, sich dem Widerstand im Warschauer Ghetto anzuschliessen. Es folgen 28 Tage, die ihr Leben verändern werden.

Eindruck

Die Geschichte hat mich bewegt. Safier schildert in moderner Sprache das Leben im Ghetto mit all seinen Schrecken. Es werden geschickt echte Schicksale in die fiktive Geschichte um die Protagonistin Mira eingewoben, welche einem sehr berühren. Unter anderem die Geschichte des Pädagogen Korczak, der die Waisenkinder seines Heims selbst in den Transportzug begleitet, obwohl er eine Alternative gehabt hätte.

Man begleitet Mira in den Widerstand, erfährt etwas über deren Motivation und ihre Organisation. Immer wieder müssen sich während der Geschichte Menschen entscheiden, was sie für Menschen sein wollen. Wollen sie andere für ihr eigenes Leben verraten, oder schützen sie andere Menschen und geben ihr eigenes Leben her? Wie weit ist man bereit zu gehen? Die Ambivalenz zwischen Selbsterhaltungstrieb und Unrechtsbewusstsein, der Hunger und der Tod, die ständig präsente Willkür der SS und später der Widerstand und die Flucht zermürbt die Menschen. Nicht alle haben genügend Kraft, das bis zum Ende durchzustehen.

Das Buch lässt mich nachdenklich zurück und man überlegt unwillkürlich selber, wozu man selber fähig wäre und wo seine eigenen Grenzen lägen. Was für ein Mensch würde man sein wollen? Wieviel Mut braucht oder hat man, das Richtige zu tun?

Die Lektüre hat mich bewegt und ich kann sie jedem empfehlen, der mehr über das Warschauer Ghetto und den Widerstand erfahren will, auch wenn es natürlich nicht gerade leichte Kost ist. Aber ich mag Bücher, die einem bewegen und Spuren hinterlassen. Und genauso ein Buch ist 28 Tage lang! Klare Leseempfehlung!

28 Tage lang von David Safier ist 2014 im rowohlt Verlag erschienen.

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