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Literatur rund um die Welt

    Literatur rund um die Welt

    Rezension Die unsichtbare Grenze von Dominique Anne Schütz

    Mystische Atmossphäre in den Schweizer Bergtälern – katholischer Aberglaube trifft auf Okkultismus und die unsichtbare Grenze wird übertreten.

    Inhalt

    Nie wieder wollten sie den Leibhaftigen bei seinem Bad stören und hofften, dass er dafür Dorf und Bewohner verschonte. Das blieb auch viele Jahrhunderte lang so. Bis einer die unsichtbare Grenze, die das Gute vom Bösen trennte, übertrat.

    Ende des 19. Jahrhunderts, tief im Valsertal. Im Dorf Fanell, das abgeschnitten vom Rest der Welt ist, wächst der wissbegierige Andreas auf. Er findet sich in der streng katholischen und abergläubischen Gemeinschaft nicht zurecht und flüchtet in die Welt der Bücher. Sobald er kann, verlässt er das Dorf, um in Zürich zu studieren – seine grosse Liebe Elfi muss er zurücklassen.

    In Davos begegnet er dem unheimlichen Engländer Clifton, der in Oxford Medizin studiert hat un diw ein Besessener auf der Suche dem Bösen ist. Als ihm Andreas die Teufels-Sage von Fanell erzählt, witter Clifton die dunklen Mächte und bricht ins Valsertal auf. Erst spät realisiert Andreas, welche Gefahr dem abgeschotteten Dorf und Elfi droht. Er reist hinterhet und ersucht, die Katastrophe zu verhindern.

    Eindruck

    In einer mystischen und unheimlichen Atmossphäre wird die Geschichte rund um die katholische und abergläubische Gemeinde Fanell konstruiert. Die Bewohner des Dorfes sind fest davon überzeugt, dass in den Bergen oberhalb ihres Dorfes der Tüfel in einem Seelein badet und für eine Menge Unheil verantwortlich ist. Im Valsertal leben hart arbeitende Menschen, die der Umwelt trotzen und dabei stets ihrer katholischen Obrigkeit treu bleiben. Als der Engländer Clifton, der seit seiner Kindheit dem Okkultismus verfallen ist, von diesem Ort hört, an dem der Teufel umgehen soll – ist es um ihn geschehen und er will das Phänomen selber erkunden.

    Das Buch ist im ersten Teil in zwei Handlungsstränge geteilt: Auf der einen Seite erleben wir die abergläubischen, rückständigen und konservativen Einwohner der abgelegenen Gemeinde Fanell, darunter speziell der heranwachsende Andreas. Der andere Handlungsstrang behandelt Clifton und seine Herkunft, und wie es zu seiner Liebe zum Okkultismus kommt. Irgendwann begegnen sich die beiden Charaktere in Davos und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

    Für mich als Schweizerin ist es natürlich spannend, wie das Leben in früheren Zeiten in der Schweiz, speziell in den Bergen, war. Aber ich bleibe dabei gerne auf der Beobachterseite – denn so zu leben, muss hart gewesen sein. Richtig hart. Hunger und Not gehörten zum Alltag der Menschen, die in diesen kargen und vom Wetter abhängigen Gegenden lebten.

    Das Hinzufügen der okkulten Komponente durch Clifton ist eine originelle Idee! Das passt wirklich super zusammen und wurde mir erst durch das Lesen dieses Buches bewusst. So gegenteilig sie auch sein mögen – der Aberglaube der Katholiken und der Okkultismus auf der anderen Seite – so haben sie ja im Grunde dieselbe Grundlage.

    Die Geschichte war angenehm zu lesen, wenn auch teilweise Längen vorhanden waren. Selten kamen auch schweizerdeutsche / bündnerische Wörter vor, was aber phantasievolle Leser gut verarbeiten können. Spannend ist die Story auch – was will man mehr? Mir hats jedenfalls gut gefallen.

    Weitere Infos

    Die unsichtbare Grenze von Dominique Anne Schütz ist 2014 im Europa-Verlag erchienen.

     

     

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